18.10.2019 - 10:41:28

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Endgültiger Abschied

Am Sonntag, 31. Januar, ist meine Mutter gestorben - nach gefühlten 1000 kleinen Abschieden im Verlaufe der letzten Jahre. Vor ca. 15 Jahren bemerkten wir bei ihr erste Anzeichen von beginnender Demenz. Von da an nahm diese Krankheit schleichend ihren Verlauf, betraf uns alle mehr oder weniger stark. Meine Mutter selber hatte grosse Angst vor dieser Krankheit. Oft flehte sie mich an, dafür zu schauen, dass sie nicht ins Pflegeheim müsse...

Schritt für Schritt verlor sie ihre Fähigkeiten im Alltag. Sie, die stets für alle da gewesen war, von morgens früh bis abends spät geschafft hatte, wurde mehr und mehr hilflos. Oft zerriss es mir fast das Herz, wenn sie deswegen so sehr traurig war. Leider wurde der Pflegeheimeintritt irgendwann unumgänglich, was für beide Seiten alles andere als einfach war. Im Laufe der Jahre erkannte sie ihre Familienangehörigen nicht mehr, wurde immer stiller und hilfloser. Und doch erkannte ich in diesem ganzen gemeinen Abbauprozess immer wieder die Frau, die sie einst gewesen war: in einer Geste, ihrer Mimik, einem Lächeln, dem Strahlen ihrer Augen wie auch ihrem traurigen, fragenden Blick. Gerne hätte ich manchmal gewusst, was in ihr vorging.

Elfeinhalb Jahre verbrachte sie im Pflegeheim, wurde liebevoll umsorgt vom Pflegepersonal. Vor drei Wochen hatte sie eine Hirnblutung, konnte nicht mehr schlucken. Zwölf Tage später wurde sie erlöst von ihrem Leiden und durfte heimgehen zu ihrem Erlöser Jesus Christus. Den Vers für die Todesanzeige habe ich aus der Offenbarung gewählt, er könnte treffender nicht sein:

"Gott wird alle ihre Tränen trocknen,
und der Tod wird keine Macht mehr haben.
Leid, Angst und Schmerzen wird es nie wieder geben;
denn was einmal war, ist für immer vorbei." Offenbarung 21, 4

Obwohl wir alle ihr die Erlösung von Herzen gönnen, schmerzt der endgültige Abschied ungemein!

Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit etwas von diesem Schmerz am Brenner verarbeiten kann. Heute kann ich nichts ganz Neues zeigen, nur Stücke, die vor mehr als zwei Wochen entstanden sind. Dabei auch meine erste Katzenperle - davon werden sicher noch mehr folgen:

2016-01-F1.JPG

Und nochmals zwei Ringtops:

2016-01-R9.JPG

2016-01-R10.JPG

Meine Mutter hätte sicher Freude daran gehabt, sie, die ihr Leben lang viel mit den Händen geschafft hat.

Verfasst von Hanna Zurbrügg am 09.02.2016 um 21:40:01


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